Leseprobe White Paper-Kurs
Einführung
Mit Hilfe von Fragen und Antworten umreißen wir zunächst einmal
die wichtigsten Punkte eines White Papers. Nach der Einführung sollten
Sie ein Gefühl dafür haben, was Sie mit White Papers erreichen können.
Was versteht man unter White Paper?
Ursprünglich war das White Paper ein internes Papier im diplomatischen
Verkehr. Drei Farben standen für verschiedene Publikationserlaubnisse:
das weiße war ein für die Öffentlichkeit gedachtes Papier, das graue
Papier war informativ, das schwarze ein internes, absolut nicht
für die Öffentlichkeit gedachtes Papier.
Inzwischen wird der Begriff für ein längeres Dokument verwendet,
das den Leser informieren und weiterbilden will. Im Deutschen gibt
es dafür keine wirklich passende Übersetzung. Hilfsweise könnte
man den Begriff mit Positions- oder Themenpapier übersetzen.
White Paper mit Informationsbroschüre zu übersetzen, würde der
Sache nicht gerecht werden. Denn White Paper vermeiden verkäuferische
Sprache, die den meisten Informationsbroschüren oft eigen ist.
Weiß ist das White Paper im Grunde auch nicht. Vielmehr lockern
farbige Diagramme oder Bilder das Informationsmedium auf.
Ein White Paper ist ein Instrument der Öffentlichkeitsarbeit. Da
das White Paper in der Hauptsache im Internet verbreitet wird, können
wir präzisieren:
White Paper sind ein Instrument der Online-Public Relations.
White Paper können verschiedene Funktionen in der Unternehmenskommunikation
übernehmen:
- es erläutert ein (vielleicht umstrittenes) Thema und bezieht
eindeutig Position
- es beantwortet eine für Entscheider essenzielle Frage
- es erklärt auf anschauliche Weise, wie eine bestimmte Aufgabe
in einem Unternehmen besser gelöst werden kann
- es zeigt auf, welche Folgen ein bestimmter Trend haben kann
Warum White Paper?
- White Paper ziehen Aufmerksamkeit auf sich
- White Paper haben einen viralen Marketing-Effekt
- White Paper erreichen Entscheider
- White Paper bilden Image
- White Paper beeinflussen Kaufprozesse
Für wen sind White Paper als Marketing-Instrument nütztlich?
White Paper werden vielfach in der IT-Industrie eingesetzt, aber
eignen sich generell zur Darstellung von komplexeren Sachverhalten.
An wen richten sich White Paper?
Sie richten sich in der Regel an Entscheider. Eingesetzt werden
Sie eher im Business-to-Business-Marketing, selten sind Endkunden
die Zielgruppen eines White Paper.
Wieviele Themen sollte ein White Paper behandeln?
Beschränken Sie sich auf ein Thema. Dafür gibt es mehrere Gründe:
- Das Thema kann besser durchdrungen werden und dem Leser eine
Lernerfahrung bieten.
- Branchen- oder anwenderorientierte Lösungen erreichen die Zielgruppe
selbstredend besser als allgemeine Ausführungen.
- Denken Sie langfristig: Nutzen Sie zur Erschließung von neuen
potenziellen Kunden eigene, ebenso fokussierte White Paper.
- Ein fokussiertes Thema (mit der richtigen Wortwahl) wird von
den Suchmaschinen gut bewertet und kann entsprechend hoch in den
Suchergebnissen rangieren
Was für ein Schreibstil ist für White Paper am besten?
Gehen Sie davon aus, dass Ihr White Paper nicht Wort für Wort gelesen
wird. Daher sollten Satzbau und Wortwahl einfach sein.
Der Stil ist verbindlich, aber neutral. Die generell kurzen Aufmerksamkeitsspannen
können Sie durch Zwischenüberschriften und grafische Elemente erhöhen.
Ein entscheidendes Element, ob ein White Paper überhaupt heruntergeladen
wird, ist der Titel des White Papers. Der Titel muss die zentrale
Frage "Was bringt mir das?" beantworten.
(...)
White Paper haben Einfluss auf Kauf-Entscheidungen
White Paper sind ein gutes Instrument, um an Entscheider heranzutreten.
Für den IT-Bereich haben Umfragen von Bitpipe Network im USA-Raum
ergeben, dass fast 35 Prozent der Geschäftsführer und IT-Marketingmanager
White Papers zur Entscheidungsfindung heranziehen. Knapp 39 Prozent
der technischen Administrativen nutzen White Paper.
Auf die Frage, ob in den letzten 12 Monaten die Entscheidung für
eine IT-Lösung durch White Paper beeinflusst wurde, antworteten
60 Prozent mit Ja.
Man liest White Paper, um generell mehr über ein Produkt oder eine
Lösung zu lernen. Dieser Meinung waren über 86 Prozent. Äußerst
hilfreich fanden White Paper-Leser diese zu 33 Prozent; fast 55
Prozent urteilten mit "hilfreich".
Zur konkreten Vorauswahl von Lösungen wurden White Paper von fast
60 Prozent der Unternehmen genutzt. Den nächsten Schritt, einen
Händler wegen konkreter Information anzusprechen, wählten immerhin
40 Prozent. Allein diese Ergebnisse sind ein klares Votum für das
Instrument White Paper - zumindest im IT-Bereich. Mehr dazu: http://www.bitpipe.com
White Paper fördern Image und Aufmerksamkeit
Noch
eindeutiger wird der Einfluss von White Papers auf das Image eines
Unternehmens. Bitpipe Network fand heraus, dass fast 89 Prozent
eine positive Meinung über eine Firma beziehungsweise deren Produkte
oder Dienstleistungen hatte, die ein White Paper veröffentlichten.
Allein vor diesem Hintergrund ist die Nutzung für ein mittelfristiges
Verkaufsziel sinnvoll.
Interessant ist auch dieses Umfrage-Ergebnis: 74 Prozent reichten
das White Paper an Kollegen weiter. Damit ist das White Paper eindeutig
ein "virales" Marketinginstrument. Es wird wie ein Virus (allerdings
durchaus positiv besetzt) von Maus zu Maus weitergereicht.
Eine von Kollegen erhaltene Information wird in der Regel stärker
beachtet und ihr wird auch oft mehr Vertrauen entgegen gebracht.
Die so geschickte Information bekommt fast den Ruf einer persönlichen
Empfehlung.
Karsten Büttner
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